26. Weihnachts- und Christchindli-Märt25-Jahre-Christchindlim-trans_250
Bremgarten (AG)

3. bis 6. Dezember 2020

Weihnachten beginnt in Bremgarten. Die wunderschöne, neue Beleuchtung strahlt nun schon das zweite Jahr über unseren Gassen. Auch dieses Jahr ist ein weiteres Stück dazugekommen. Lassen Sie sich verzaubern von den tausenden kleinen Lichtern und den Sternen. Nutzen Sie unsere Begegnungszonen im Hirschengässli mitten in der Stadt. Nebst dem reichhaltigen Angebot an den Marktständen erwarten Sie viele besinnliche Höhepunkte im ganzen Markt: Märliwagen, Tiere, geschmückte Bäume, Samichlaus und und und….gehen Sie auf Entdeckungsreise und lassen Sie sich vorweihnachtlich einstimmen.

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Es dunkelte schon im Städtchen. Leise fiel der Schnee und machte alles still und weiss. Es war kurz vor Weihnachten.

Chris war auf dem Heimweg. Er schlenderte von Schaufenster zu Schaufenster. Im Blumenladen hatte jemand aus Moos und Holz einen Stall gebastelt. Maria und Josef standen bei der Krippe, mit dem Jesuskind. Darüber schwebten drei Engel. So schön!

Wumm!
Chris erschrak. Etwas war an seinem Kopf vorbei in die Scheibe geflogen. Ein Vogel vielleicht? Genauso hatte es getönt.

Da! Da lag etwas. Chris bückte sich und hob das kleine Ding auf. In seiner Hand lag ein Engel, ein richtiger, kleiner Engel! Er sah zwar nicht genau so aus wie die Engel im Schaufenster, aber Chris wusste, dass es einer war. Der Engel war so leicht, wie nichts! Und er rieb sich den Kopf und weinte.

„Wie kommst du denn hierher?“ fragte Chris leise.

„Ich wollte die Schaufenster-Sterne anschauen. Darum bin ich auf die Erde geflogen.“

„Und hast dir den Kopf an einer Scheibe gestossen?“ fragte Chris.

„Ich weiss nicht. Ich flog bloss ein bisschen herum und...da tat es plötzlich so weh! - Im Himmel tut nie etwas weh“, fügte der Engel noch an. „Da kennt man so etwas nicht.“

„Armer, kleiner Engel,“ tröstete Chris und streichelte ihn. Dann besann er sich auf das, was ihm die Mutter jeweils gesungen hatte, wenn er geweint hatte. Er setzte sich mit dem Engel in der Hand in die dunkle Ecke neben dem Blumenladen und sang:
Heile heile Segen,
drei Tag Regen
drei Tag Eis und Schnee,
s’ tut dem Kindlein nicht mehr weh.

Sachte strich er dem Engel über den Kopf.

„Jetzt tut’s nicht mehr weh! Ich danke dir“ sagte der Engel und schüttelte die Flügel.

„Erzähl mir ein bisschen vom Himmel,“ bat Chris.

Aber der Engel lächelte bloss geheimnisvoll.

Dann spürte Chris einen kleinen Hauch, ein winziges Flattern. Weg war der Engel.

Chris schüttelte sich. Hatte er dies alles bloss geträumt? Er schaute zum Himmel hinauf und von da in seine leeren Hände. An seinem kleinen Finger klebte ein goldenes Haar.

 

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