26. Weihnachts- und Christchindli-Märt25-Jahre-Christchindlim-trans_250
Bremgarten (AG)

3. bis 6. Dezember 2020

Weihnachten beginnt in Bremgarten. Die wunderschöne, neue Beleuchtung strahlt nun schon das zweite Jahr über unseren Gassen. Auch dieses Jahr ist ein weiteres Stück dazugekommen. Lassen Sie sich verzaubern von den tausenden kleinen Lichtern und den Sternen. Nutzen Sie unsere Begegnungszonen im Hirschengässli mitten in der Stadt. Nebst dem reichhaltigen Angebot an den Marktständen erwarten Sie viele besinnliche Höhepunkte im ganzen Markt: Märliwagen, Tiere, geschmückte Bäume, Samichlaus und und und….gehen Sie auf Entdeckungsreise und lassen Sie sich vorweihnachtlich einstimmen.

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Es war einmal ein Mann, dem gefiel das Weihnachtsfest so gut, dass er beschloss, jeden Tag Weihnachten zu feiern. Er kaufte sich eshalb einen riesigen, künstlichen Christbaum, der vom Boden bis zur Decke ging. Den stellte er mitten in die Stube.

Jeden Tag, wenn der Mann zur Arbeit ging, schmückte seine Frau den Baum mit Kugeln und allerlei Schnickschnack. Dann verschloss sie die Stube, versteckte den Schlüssel und hängte einen schwarzen Lappen vors Schlüsselloch, damit der Mann beim Nachhausekommen nicht hindurch gucken konnte.

Darauf ging sie in die Küche, um das Weihnachtsessen zu kochen: Gebratenes Hähnchen, Pommes mit Ketchup, dazu Feldsalat mit Pilzen und zur Nachspeise Vanille-Eis mit Schoko-Sosse. Jeden Tag das gleiche, denn das war das Weih-nachtsmenü.

Wenn der Mann nach Hause kam, duschte er, rasierte sich, und zog sein bestes Gewand an: Dunkler Anzug, weisses Hemd und rote Kravatte. Dann setzte er sich ins Schlafzimmer und wartete, bis seine Frau das Weihnachtsglöcklein läutete. Das war das Zeichen! Mit leuchtenden Augen trat der Mann in die Stube, wo der Christbaum in seiner vollen Pracht stand.

„Wie schön!" rief er und „So schön war der Christbaum noch nie!" Er ging um den Baum herum und betrachtete ihn von allen Seiten. Dann schielte er nach den Geschenken.

„Du musst warten", sagte die Frau.

Sie setzte sich ans Klavier und zusammen sangen sie „Stille Nacht" und „O du fröhliche" und noch ein paar andere Lieder.

Nach dem Gesang durfte der Mann die Geschenke unter dem Baum hervorholen und auspacken. Er wusste zwar, was drin war, denn er hatte seinen Wunsch ja selbst auf den Wunschzettel geschrieben. Es war auch jeden Tag dasselbe, nämlich ein ferngesteuertes Auto und ein Computerspiel. Seine Frau packte ihm die Dinge immer wieder ein, denn er fand vor lauter Feiern nie Zeit, zu spielen.

Der Mann schenkte seiner Frau auch jeden Tag dasselbe, nämlich zehn Taschentücher und eine Tüte Weihnachtsgebäck. Auch er packte die Geschenke immer wieder ein, denn um jeden Tag etwas Neues zu kaufen, reichte das Geld nicht. Das Weihnachtsgebäck war deshalb schon lange steinhart.

Der Mann und die Frau dankten einander für die Geschenke und fielen sich um den Hals. Dann servierte die Frau das Weihnachtsessen.

Nach dem Essen sassen die beiden still auf dem Sofa und warteten, bis die Kerzen herunter gebrannt waren.

Sie halfen einander beim Abräumen des Weihnachtsschmuckes, und um halb elf gingen sie ins Bett.

So war es im Winter, im Frühling, im Sommer und im Herbst. Nur einmal im Jahr feierte der Mann keine Weihnachten. Das war am 24. Dezember.

„Heute machen wir Pause", sagte er.

 

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