26. Weihnachts- und Christchindli-Märt25-Jahre-Christchindlim-trans_250
Bremgarten (AG)

3. bis 6. Dezember 2020

Weihnachten beginnt in Bremgarten. Die wunderschöne, neue Beleuchtung strahlt nun schon das zweite Jahr über unseren Gassen. Auch dieses Jahr ist ein weiteres Stück dazugekommen. Lassen Sie sich verzaubern von den tausenden kleinen Lichtern und den Sternen. Nutzen Sie unsere Begegnungszonen im Hirschengässli mitten in der Stadt. Nebst dem reichhaltigen Angebot an den Marktständen erwarten Sie viele besinnliche Höhepunkte im ganzen Markt: Märliwagen, Tiere, geschmückte Bäume, Samichlaus und und und….gehen Sie auf Entdeckungsreise und lassen Sie sich vorweihnachtlich einstimmen.

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"Schnauf nicht so laut", fuhr der Ochse die Eselin an. - "Ich schnaufe nicht, ich hauche", antwortete die Eselin spitz, "du hast ja keine Ahnung von den Schutzlosen." - "So soll der Zwerg doch ersticken unter deinem Dampf", grollte der Ochse." - "Ein Frischling der Schutzlosen braucht immer warm", beharrte die Eselin, "er hat kein Fell wie wir." - "Und unselbständig sind sie dazu", knurrte der Ochse, "unsereins steht schon Minuten nach der Geburt auf den eigenen Beinen." - "Sie brauchen halt einander, um zu überleben", die Eselin zuckte mit den Schultern. - "Uns Tiere brauchen sie auch", ergänzte der Ochse missmutig, "was ich schon vor den Karren gespannt wurde..." - "... das geht auf keine Kuhhaut, genau. Aber Streicheleinheiten bekommen wir auch." - "Vielleicht einen Klaps auf den Hintern, aber erst wenn die Arbeit getan ist." - "Du bist ein Jammerlappen!" - "Die Schutzlosen werden geliebt, sobald sie auf der Welt sind, rote schrumpelige Wesen. Und wir Tiere? Uns lieben sie nur, wenn wir etwas nützen: Milch wird uns abgezapft, die Eier gestohlen, das Wollkleid weggeschoren, unser Fleisch gegessen. Die Schutzlosen sollten uns danken, dass wir uns so brauchen lassen." - "Immerhin bekommen wir von ihnen zu essen." - "Und dürfen frisch geborene Schreihälse wärmen", brummte der Ochse. - "Genau, du könntest auch mal hauchen", fand die Eselin und trat von der Krippe zur Seite. - "Meinetwegen, wenn es nicht zu sehr stinkt." - "Wen meinst du jetzt?", fragte die Eselin schnippisch, "ich stinke nicht!" - "Das Schutzlosenkind meine ich natürlich. Du fühlst dich auch immer betroffen!", schnaubte der Ochse. - "Ich finde es gut, wenn wir den Schutzlosen auch etwas nützen", nahm die Eselin den Faden wieder auf. - "Ach was, wir sind selber wer. Wir sind nicht nur Nützlinge oder Schädlinge." - "Was du bist, ist mir jedenfalls klar", schloss die Eselin, "du bist ein Dick-Schädling."

Die Stalltür knarrte und Josef trat ein, ein Fuder Heu auf dem Rücken. "Brav habt ihr das Kindlein gewärmt!" Er kraulte beiden Tieren zwischen den Ohren. Ochs und Eselin schauten einander nur an und taten, als ob sie nichts verstünden. Josef hob sein Kind aus der Krippe und leerte das mitgebrachte Heu hinein. "Was würde ich tun ohne euch", murmelte er, "jetzt, da Maria so schwach ist."