25. Weihnachts- und Christchindli-Märt
Bremgarten (AG)

5. bis 8. Dezember 2019

Weihnachten beginnt in Bremgarten, nämlich jeweils am Christchindli-Märt. Dieses Jahr vom 5. bis 8. Dezember 2019.
Schon zum 25. Mal, wie immer am 2. Adventswochenende. Heute sind es über 300 Marktfahrer aus der ganzen Schweiz, die nach Bremgarten anreisen und ihre Waren anbieten. Die Stände sind weihnächtlich dekoriert und man findet ein vielseitiges und attraktives Angebot.

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"DAN, DAN, wo steckst du denn schon wieder?" Es ist der Vater des kleinen Hirtenbuben, der ärgerlich, ja, zornig nach ihm ruft. Der Vater steht beim grossen Hirtenzelt. Er fuchtelt mit den Armen. Das bedeutet nichts Gutes!

DAN lieg hinter einem Strauch, wo er sich versteckt hat. Er weiss, warum der Vater so zornig ist. Heute hätte DAN das Feuer hüten sollen. Das macht er ja sonst so gerne. Mit ganz wenig Holz die Glut am Leben halten, das gefällt ihm. Es ist für ihn wie ein schönes Spiel. Er hat das Feuer gern.

Aber heute hat er Pech - das Feuer ist erloschen! Als er so ganz allein dalag und der Vater mit den anderen Hirten mit den Schafen unterwegs war, da wurde es ihm langweilig. Und er begann zu träumen - und schlief ein. Es war ein schöner Traum: Er sass vor einem grossen Feuer und alle anderen Hirtenbuben aus der Nachbarschaft kamen zu ihm, um Feuer zu holen. Er war ein stolzer DAN, der Hüter des Feuers...

"DAN, komm jetzt sofort!" Langsam und ängstlich schleicht sich DAN aus seinem Versteck um das grosse Zelt herum. Der Vater packt ihn bei den Schultern und schüttelt ihn heftig. "Du bist wirklich blöde, schon wieder ist das Feeuer ausgegangen. Man kann dich wirklich zu nichts brauchen!"

Ach, wie oft hat DAN das schon hören müssen: Blöd sei er, ein Träumer, zu nichts zu gebrauchen, so heisst es oft, vom Vater und von den andern grossen Hirten. Ja, auch die Hirtenbuben lachen ihn oft aus. Sie nennen ihn einen Angsthasen. Dabei kann er so tapfer sein!

"So", sagt der Vater "jetzt holst du halt Feuer bei den Hirten drüben im grossen Wadi. Diese Strafe hast du verdient. Und jetzt los, renn, dass du bald zurück bist!"

Es dunkelt schon langsam. DAN kennt den steinigen Weg ins grosse Wadi, ein Tal, das in der Nähe von Bethlehem liegt. Dort lebt eine verwandte Hirtenfamilie und bei ihr soll er Feuer holen. Er rennt los - un merkt bald einmal, dass der das Pechscheit vergessen hat. Mit diesem sollte er ja das Feuer zurückbringen...

Ach, ich bin wirklich blöde, denkt DAN. Was soll er auch machen? Vielleicht findet er unterwegs einen dürren Zedernast - hoffentlich. Wie soll er sonst Feuer heimbringen? Und schon taucht er in die Dunkheit der Schlucht, die ins Wadi führt. Hier hat er immer Angst, auch jetzt. Man hört so seltsame Töne von Tieren, die er nicht kennt. Nur rasch weiter!

Aber - da stolpert er und fällt der Länge nach hin. Wie weh das tut. Als er aufblickt, kommen ihm die Büsche am Weg und in den Felsen vor wie Ungeheuer, die drohend auf ihn blicken, den blöden DAN. Die Angst kriecht ihm den Rücken herauf. Weiter!

Unterwegs packt er einen dürren Ast, der am Weg liegt. Wenigstens das! - Als er aus der Schlucht hinaus kommt, erblickt er plötzlich einen grossen Stern. Unermesslich gross dünkt er DAN, fast wie ein Feuer am Himmel. Und der Stern zieht einen grossen Schweif nach sich.

DAN vergisst seinen Kummer um das Feuer. Er rennt dem Stern nach, der den Weg sogar ein wenig hell macht. Diesen Stern muss er von Nahem sehen. Das ist ja wirklich wie ein Wunder am Himmel...

DAN rennt quer durch das weite Feld Richtung Bethlehem. Seine Verwandten hat er vergessen. Sie wohnen ja in einer ganz anderen Richtung. Aber - das macht jetzt nichts. Er muss dem grossen, leuchtenden Stern näher kommen.

Da - von weitem sieht er ein kleines Feuer. Da stehen auch Menschen bei einer kleinen Hütte, die eher wie ein Stall aussieht. Ein Hund springt wild bellend auf DAN zu. Aber er jagt ihn fort. Er muss sehen, was hier lost ist.

Fremde Hirten stehen vor der Hütte ums Feuer herum. Sie wirken fröhlich und reden ganz aufgeregt durcheinander. Was hier wohl geschieht? DAN blickt durch das Tor in den Stall hinein. Auch drinnen sind Menschen. Eine Frau und ein Mann sitzen am Boden. Neben ihnen liegt ein kleines Kind auf dem Stroh. Wieso hier in diesem Stall?

DAN bleibt am Tor stehen. Er hört die Hirten erzählen: "Ja, und dann hat der Engel uns gesagt, dass hier der Heiland geboren sei!" - Der Heiland, denkt DAN, von dem hat doch schon meine Mutter erzählt. Er wird als Retter kommen und unsere Not überwinden...

Das kleine Kind hier auf dem Stroh - der Heiland? DAN sieht, wie ein Hirtenbube ein kleines Fell für das Kind hinlegt. Wie schön, denkt er. Auch ich möchte doch dem Heiland etwas geben. Aber - ich habe ja nur meinen dürren Ast voller Harz. Das ist doch kein Geschenk!

DAN kämpft mit sich selber. Er will dem Kind auch etwas geben - vielleicht seinen Ast? Doch wie soll er dann das Feuer heimbringen. Und was wird dann der Vater sagen? Er wird ihn wieder einen blöden Träumer schimpfen...

Doch dann legt er ganz rasch seinen Ast hin zum Kind. Etwas anderes hat er ja nicht. Und die Frau lächelt ihn an und streicht ihm über den Kopf. DAN ist glücklich, überglücklich. Er hat dem Heiland etwas bringen können. Er, der blöde DAN!

Doch jetzt muss er zurückkehren zum Zelt der Eltern. Aber er hat Angst. Er wagt es nicht, den Heimweg anzutreten. Was soll er ohne Feuer? So bleibt er stehen am wärmenden Feuer vor der Hütte. Und bald einmal ist er allein. Alle Hirten sind fort, auch die anderen Hirtenbuben.

Da tritt die Frau aus der Hütte. Sie sieht DAN und fragt ihn: "Und du, musst du nicht heimgehen?" DAN senkt den Kopf und schweigt. "Hast du Kummer?", fragt die Frau. DAN verdrückt das Heulen. Doch dann sagt er: "Ich soll Feuer heimbrigen, aber..."

"Was aber?" fragt die Frau, welche die anderen Hirten Maria genannt haben. DAN druckts herum und murmelt dann: "Ich habe meinen Ast beim Kind hingelegt. Und jetzt..."

"Du Dummerchen", sagt Maria lachend. "Da hat es ja Feuer genug." Sie hält ein grosses Pechscheit ins Feuer, das bald hell brennt. "Da, nimm es mit. Das wird lange brennen - und es gibt dir Licht auf den Heimweg!"

DAN packt das brennende Holz und macht sich auf den Weg. Jetzt ist er wirklich glücklich, überglücklich. Er hat wieder Feuer. Der Vaer wird nicht mehr mit ihm schimpfen. Und vor allem: Er hat den Heiland gesehen, von dem die Mutter soviel erzählt hat. Er der blöde DAN. Da werden seine Freunde aber staunen...

Glücklich läuft, ja, hüpft er über das weite Feld von Bethlehem zurück. Er hat keine Angst mehr vor der dunklen Schlucht. Denn er hält in seiner Hand das brennende Scheit - aus dem Feuer vor der Krippe! Das gibt ihm Licht auf seinen Weg. Und bald wird er daheim sein!